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Heilpflanzenlexikon

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Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke

Meerrettich

Meerettich, wilder Rettich, Kren, Baiwurzel – das alles sind Namen für den Meerettich. Heute würzt Meerrettich Tafelspitz und Lachsbrötchen. Früher war er eher als Heilpflanze bekannt. Schon im antiken Pompeji schwörten Ärzte bei Lendenleiden auf Meerrettich. Im Mittelalter setzten sie ihn bei Skorbut und Dreitagefieber ein. Gegen Erkältungen und Harnwegsinfekte ist er heute noch bei vielen ein beliebtes Mittel. Auch Krebs soll Meerrettich vorbeugen.

Wissenschaftlicher Name: Armoracia rusticana.

Charakteristik

Meerrettich stammt ursprünglich aus dem Wolga-Donau-Gebiet, in Mitteleuropa und in anderen Teilen der Erde wächst er verwildert. Medizinisch verwendet wird nur die Wurzel, deren Erntezeit im Spätsommer beginnt.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: Atemwegs-, Harnwegsinfekte Innere Anwendung: Atemwegsinfekte, Muskelschmerzen Volksmedizin: grippale Infekte, Verdauungsprobleme, Gicht und Rheuma Homöopathie: Augenentzündungen, Atemwegsinfekte, Oberbauchkoliken

Dosierung

Tagesdosis: täglich 20 g der frischen Wurzel Äußere Anwendung: Salben/Gele mit maximal 2 % Senföl aus der Meerrettichwurzel Homöopathisch: alle 30 bis 60 Minuten eine Tablette, fünf Tropfen oder zehn Globuli einnehmen, oder eine Messerspitze verreiben

Wirkung und Nebenwirkungen

Bei Harnwegs- und Atemwegsinfekten ist die Wirksamkeit von Meerrettich gut belegt. Salben und Gele mit Senfölen lindern nachweislich Rheumabeschwerden und Muskelschmerzen. Sie reizen jedoch die Schleimhäute. Daher ist es wichtig, Meerrettichpräparate nicht überzudosieren. Bei Magenblutungen oder -geschwüren empfiehlt es sich sogar, gänzlich auf Meerrettich zu verzichten.

Anwendung in Lebensmitteln

Geriebener Meerrettich würzt Soßen, Salate und Fleischgerichte. Als Sahnemeerrettich schmeckt er auch zu geräuchertem Fisch.